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Labrador Retriever of Cape Makkovik

Health

Der Labrador ist von zahlreichen Knochen- und Gelenkserkrankungen betroffen.

Seine Größe, seine Morphologie und sein schnelles Wachstum begünstigen das Auftreten einiger dieser Pathologien.

Hüftgelenkdysplasie - "HD"

Die Hüftgelenkdysplasie (Dysplasia Coxofemoralis) ist nach der Definition der Federation Cynologique Internationale eine "Entwicklungsstörung der Hüfte, die zur einer Instabilität des Hüftgelenkes führt". Die Folge ist eine mangelhafte Übereinstimmung (Inkongruenz) der beteiligten Gelenkflächen. Das Hüftgelenk wird von der Gelenkpfanne (Acetabulum) des knöchernen Beckens und dem Gelenkkopf des Oberschenkelknochens gebildet.

Bei einer Hüftgelenkdysplasie sitzt der Oberschenkelkopf nicht tief genug in der Gelenkpfanne und die Ränder der Gelenkpfanne umschlließen den Oberschenkelkopf nicht weit genug. Die Hüftgelenkdysplasie ist eine Erbkrankheit.

Ihr komplexer Übertragungsmechanismus macht die Ausrottung der Erkrankung jedoch sehr schwierig. Deshalb versuchen die Vereine des Labradors seit vielen Jahren Programme zur Ausrottung der Hüftgelenkdysplasie zu erstellen.

Das vorrangige Ziel dieser Maßnahmen besteht darin, die betroffenen Hunde von der Zucht auszunehmen. Das zurzeit am häufigsten angewendete Programm ist das von der FCI empfohlene Zuchtkontrollsystem. Bei sämtlichen Hunden wird die Hüfte im Alter von mindestens 12 Monate röntgenologisch beurteilt. Die Interpretation der Röntgenaufnahmen erfolgt ausschließlich durch einen offiziel für die Rasse des Labradors zugelassenen Gutachter.

Nach den klassischen Beurteilungskriterien wird das Gelenk in fünf Grade eingeteilt, von A (HD-frei) bis E (hochgradige Dysplasie). Auf der Grundlage dieser Klassifizierung werden Hunde mit sehr starker Hüftgelenkdysplasie von vornherein von der Zucht ausgeschlossen.

Ellbogengelenkdysplasie - "ED"

Die Ellbogengelenkdysplasie (ED) ist eine Entwicklungsstörung des Ellbogengelenks in der Wachstumsphase des jungen Welpen. Es handelt sich hier um eine der häufigsten Ursachen für Lahmheiten der Vorderläufe. Die ED wurde erst in letzter Zeit intensiv wissenschaftlich untersucht. Es bleiben jedoch viele Fragen offen und im Vergleich mit der Hüftgelenkdysplasie wird die Erkrankung noch weitgehend verkannt. Man geht davon aus, dass etwa 15 - 20% aller Labradore betroffen sind.                                                                                                                                           

Die Ellbogengelenkdysplasie scheint bei dieser Rasse ebenso häufig wie die Hüftgelenkdysplasie zu sein. Rüden scheinen häufiger, früher und hochgradiger zu erkranken als Hündinnen. Schließlich scheint auch ein Zusammenhang zwischen Hüftgelenkdysplasie und Ellbogengelenkdysplasie zu bestehen. Dasselbe Tier kann also beide Erkrankungen aufweisen.

Die Diagnose erfolgt mit Hilfe von Röntgenaufnahmen. Die Ellbogengelenkdysplasie rückt erst in letzter Zeit etwas weiter in den Blickpunkt des Interesses. Es handelt sich aber immer noch um eine weithin unbekannte Erkrankung. Die genaue Ursache konnte nach wie vor noch nicht ermittelt werden. Zwei Phänomene scheinen jedoch eine wichtige Rolle zu spielen : eine Degeneration der Gelenkknorpel und eine manglehafte Uebereinstimmung der Gelenkflächen (Inkongruenz).

Die Ellbogendysplasie steht noch nocht auf die offiziellen Liste der auszurottenden Krankheiten, verschiedene Zuchtvereine empfehlen jedoch, die Ellbogen röntgen und die Aufnahmen auswerten zu lassen. Ein negetiver Befund wird in die Ahnentafel des betreffenden Tier eingetragen, bei positivem Befund wäre es wünschenswert, einen systematischen Nachweis durchführen zu können und die Besitzer zu infomieren mit der Bitte, das Tier nicht zur Zucht einzusetzen.

Augenerkrankungen

Progressive Retina-Atrophie - "PRA"

Wie schon der Name sagt, entspricht die progressive Retina-Atrophie einer langsam fortschreitenden Degeneration der Netzhaut, die zu Blindheit führt. Als Autoimmunerkrankung ist diese Erkrankung vererbbar und ist frühzeitig erkennbar, wenn regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierazt durchgeführt werden. Weltweit arbeiten alle Rasseverbände an der genetische Ausrottung dieses Fehlers.

Exercise Induced Collapse - (EIC)

Hunde, die von EIC betroffen sind, können leichte bis moderate Belastung tolerieren, jedoch verursacht 5- bis 20-minütige anstrengende Belastung bei extremer Aufregung zuerst Schwäche und dann einen Kollaps. Schwer betroffene Hunde können jedes Mal kollabieren, wenn sie bis zu diesem Level trainiert werden - andere Hunde prägen diese Kollapsepisoden nur sporadisch aus.

Die ersten Anzeichen für eine Episode sind gewönlich ein schaukelnder oder gezwungener Gang. Dann werden die Hintergliedmaßen schwach und können das Körpergewicht nicht mehr tragen. Viele betroffene Hunde möchten weiterrennen, während ihre Hintergliedmaßen versagen. Einige Hunde erscheinen unkoordiniert, besonders an den Hintergliedmaßen, mit langen wackeligen Schritten im Gegensatz zu der steifen Gangart, die für Muskelschwäche typisch ist. Bei einige Hunde schreitet die Hinterhandschwäche zu den Vordergliedmassen fort und führt manchmal zu einer totalen Bewegungsunfähigkeit. Manche Hunde haben scheinbar eine Gleichgewichtsstörung und können hinfallen, besonders wenn sie sich von einem vollständigen Kollaps erholen. Die meisten kollabierenden Hunde sind komplett bei Bewusstsein und aufmerksam, sie versuchen weiterzurennen und zu apportieren, aber annähernd 25% der betroffenen Hunde erscheinen benommen oder desorientiert während einer Episode.  ( Uni Minnesota - übertsetzt von Dr. Petra Schneller - DRC )